Protest am Schloss Hohenheim, Stuttgart: Einige Landwirte demonstrierten vor dem Treffen der G7-Agrarminister.
Protest am Schloss Hohenheim, Stuttgart: Einige Landwirte demonstrierten vor dem Treffen der G7-Agrarminister. (Quelle: Bernd Weißbrod/dpa-bilder)

Solskyj befürchtet wegen des russischen Angriffskriegs in seinem Land “große Verluste” bei der diesjährigen Weizenernte. “Die Situation bei Mais ist ein bisschen besser”, sagte er. Es gebe noch etwa 20 Millionen Tonnen Getreide aus der früheren Ernte. “Ich gehe davon aus, dass wir zusätzlich 30 bis 40 Millionen Tonnen Getreide haben werden”, sagte er mit Blick auf die neue Ernte. Er brachte einen Export über das Baltikum ins Gespräch. Es gebe dort nicht ausgelastete Häfen.

Folgen für die weltweite Ernährungssicherheit

Der ukrainische Ressortchef Solskyj machte deutlich, dass die Frage von Getreideausfuhren seines Landes eine große Bedeutung hat. “Davon hängen auch die Preise ab, die Verbraucher weltweit zahlen müssen in den nächsten Monaten.” Özdemir betonte an der Seite von Solskyj, die Ernährungssicherheit in Deutschland sei zwar gesichert. Das Land müsse aber Verantwortung übernehmen, auch international.

Özdemir: Putin setzt Hunger als Waffe ein

Özdemir warf auf dem Stuttgarter Schloss Hohenheim dem russischen Präsidenten Wladimir Putin vor, gegen die Ukraine auch einen “Wirtschaftskrieg” anzuzetteln. Der Kremlchef bediene sich einfach an den Weizenreserven der Ukraine, die als eine der Kornkammern der Welt gilt, lautet ein schon länger geäußerter Vorwurf Özdemirs.

Treffen der G7-Umweltminister auf Schloss Hohenheim, Stuttgart: Der deutsche Landwirtschaftsminister Cem Özdemir (Mitte r.) will offenbar bald in die Ukraine reisen.
Treffen der G7-Umweltminister auf Schloss Hohenheim, Stuttgart: Der deutsche Landwirtschaftsminister Cem Özdemir (Mitte r.) will offenbar bald in die Ukraine reisen. (Quelle: Lukas Barth/Reuters-bilder)

Putin setze Hunger gezielt als Waffe ein, indem der Export von Weizen aus der Ukraine mit Hafenblockaden verhindert werde. “Das ist ein zynisches Spiel.” Allein die Hälfte des Weizens für das World Food Programme komme aus dem Land. Die Verknappung und die Erhöhung der Preise seien eine bewusste Kriegsstrategie.

Der Grünen-Politiker schlug einen ungewöhnlich kämpferischen Ton an. “Ich freue mich, dass die Ukraine es geschafft hat, die “Moskwa” zu versenken”, sagte er mit Blick auf den russischen Raketenkreuzer, das bisherige Flaggschiff der russischen Schwarzmeerflotte. “Das ist eine gute Nachricht für die freie Welt.” Je nach Entwicklung behalte man sich weitere Sanktionsschritte vor.



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