Gruber monierte zudem: “In Baden-Württemberg wurden im vergangenen Jahr bei 26 geeigneten Neubauten oder Generalsanierungen keine Photovoltaikanlagen errichtet. Das war weder vorbildlich noch wirtschaftlich oder klimaschonend.”

Diese Kritik hatte auch schon der Landesrechnungshof vorgebracht. Mit Solaranlagen auf den großen Dachflächen hätte das Land seinen externen Stromverbrauch um jährlich 2,9 Millionen Kilowattstunden verringern können, rechneten die Kontrolleure aus. Dies entspreche dem Stromverbrauch von mehr als 900 privaten Haushalten. Da der Rechnungshof aber auch zum Sparen mahnt und der Bau von Solaranlagen auf historischen Gebäuden häufig teuer ist, sieht das Ministerium den Hinweis kritisch.

Der Sprecher des Finanzministeriums sagte, es gebe nicht nur bei historischen Gebäuden Probleme mit der Statik. “Außerdem haben wir bei manchen Gebäuden auch Besonderheiten wie einen Hubschrauberlandeplatz, der ebenso eine PV-Anlage unmöglich macht. Das war zum Beispiel beim Neubau der Chirurgischen Klinik der Uni Heidelberg der Fall.”

Gruber bleibt jedoch dabei: Vor dem Hintergrund, dass im Rahmen einer grün-schwarzen Solar-Offensive ab dem 1. Mai für alle privaten Neubauten und ab dem kommenden Jahr für grundlegende Dachsanierungen eine Photovoltaik-Pflicht gilt, gehe das Land mit schlechtem Beispiel voran.

Das Finanzministerium widersprach und erklärte, nach aktuellem Stand seien rund 124.000 Quadratmeter Solarmodule auf Landesliegenschaften installiert – und damit so viel Fläche wie in keinem anderen Bundesland. Derzeit werde darüber hinaus das Energie- und Klimaschutzkonzept für Landesgebäude und Landesliegenschaften überarbeitet. Photovoltaik auszubauen stelle dabei ein zentrales Vorhaben dar. Bis 2030 sollen möglichst alle geeigneten Dachflächen von Landesgebäuden mit Photovoltaik ausgestattet werden.

Seit 2020 gelte für Landesgebäude bereits eine Photovoltaik-Pflicht bei Neubauten und grundlegenden Sanierungen. Vorher geplante Gebäude würden nachgerüstet, sagte der Sprecher. Es gebe aber wie bei privaten Neubauten auch Ausnahmen. Manche Dächer seien so schattig, dass es sich nicht lohnen würde, Solarmodule zu errichten.



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