Selenskyj bleibt vage

Die ukrainischen Musiker forderten am Ende ihres viel umjubelten Auftritts die Weltgemeinschaft zur Unterstützung auf. Sänger Oleh Psjuk sagte auf der Bühne: “I ask all of you: Please help Ukraine, Mariupol, help Asovstal – right now” (Ich bitte Euch alle: Helft der Ukraine, Mariupol und den Menschen im Asow-Stahlwerk). Auch andere Musiker zeigten sich in der Show solidarisch mit der Ukraine.

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Nach dem ESC-Spektakel rief auch Rapper Oleh Psjuk die Weltgemeinschaft zur Hilfe für die Kämpfer im Asow-Stahlwerk in Mariupol im Südosten des Landes auf: “Wir brauchen Hilfe, um diese Menschen freizubekommen.”

Interessant ist, dass Selenskyj auf diese vielfachen Hilferufe in seiner eigenen Solidaritätsbekundung nicht eingeht. Der ukrainische Präsident spricht ganz allgemein nur von der Befreiung Mariupols. Auf die seit Monaten unter andauernden Bombardements der russischen Seite eingeschlossenen Kämpfer des ultranationalistischen Asow-Regiments geht Selenskyj nicht konkret ein. Für die Soldaten, unter ihnen sollen mehrere Hunderte Verletzte sein, bedeutet das wohl nichts Gutes.

Die ukrainische Seite schlug vergangene Woche einen Gefangenenaustausch vor, um die eingekesselten Soldaten zu retten – ohne Erfolg. Der Kreml sieht in den Asowstal-Verteidigern die sogenannten “Nazis”, die man in der Ukraine bekämpfen möchte. Die ukrainische Führung dagegen hat keine wirklichen Optionen mehr und geht offenbar davon aus, dass ihre Kämpfer in dem Stahlwerk verloren sind.

Unterdessen sind die Asowstal-Verteidiger in der Ukraine zu Helden geworden. Auch deshalb bleibt der ukrainische Präsident eher vage, denn sollte der letzte Widerstand in Mariupol gebrochen werden, schwächte das die Kampfmoral im Rest des Landes. Offenbar geht die ukrainische Führung davon aus, dass Mariupol vorerst verloren gehen wird.

Offenbar die Hände gebunden

Erst kürzlich hatte Selenskyj zwar gegenüber der Onlinezeitung “Ukrajinska Prawda” gesagt, Kiew bemühe sich zwar weiterhin, alle zur Verfügung stehenden diplomatischen Möglichkeiten auszuschöpfen, um die Rettung der Soldaten zu ermöglichen. Doch Russland zeigt sich in der Frage nach wie vor unnachgiebig. Präsident Wladimir Putin besteht auf der Niederlegung der Waffen und der Kapitulation der Asowstal-Verteidiger.

Glaubt man dem ukrainischen Präsidenten, sind seiner Armee die Hände gebunden. Selenskyj erklärte, dass man gegenwärtig nicht über die schweren Waffen verfüge, die für einen erfolgreichen Vorstoß zur Befreiung von Mariupol nötig wären.



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