Joachim Wundrak (r.), hier 2014 mit der damaligen Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen: Der Ex-General kritisiert den Kurs der AfD.
Joachim Wundrak (r.), hier 2014 mit der damaligen Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen: Der Ex-General kritisiert den Kurs der AfD. (Quelle: Sielski/imago-images-bilder)

“Scharenweise” seien wegen ihres Ukraine-Kurses AfD-Wähler zu CDU, FDP und sogar den Grünen übergelaufen, sagt die Bundestagsabgeordnete Joana Cotar. Sie fordert nun eine “Offensive West”, um dort wieder “mehr als die Kernwählerschaft” zu erreichen.

Auch der stellvertretende Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Norbert Kleinwächter, fordert ein Durchgreifen, “neue Themen und einen neuen Stil”. Dazu brauche es in der Bundesspitze der AfD nun “dringend neue Köpfe mit sicherem Auftreten” und neuen Ideen.

Chrupalla selbst verteidigt den Kurs der AfD im Gespräch mit t-online unter Verweis auf Umfragen: Die hätten gezeigt, dass AfD-Wähler den “Friedenskurs” der AfD mit großer Mehrheit tragen würden –, “genauso wie 45 Prozent der Bevölkerung Waffenlieferungen ablehnen”. Chrupalla nahestehende Abgeordnete wie Petr Bystron kritisieren die lauten Kritiker: “Wir müssen geschlossen auftreten und interne Streitigkeiten nicht nach außen tragen.”

Wo liegen die Mehrheiten?

Die Lager sind schon seit Längerem unversöhnlich und verhaken sich immer wieder in mal intern, mal öffentlich ausgetragenen Scharmützeln. Die Kritiker aus dem Westen sind dabei medial präsenter als die Extremen, scheinen aber – zumindest in der Bundestagsfraktion – deutlich in der Unterzahl zu sein. Dieser Schein trüge allerdings, heißt es immer wieder von Vertretern aus diesem Lager. Es gebe eine schweigende Mehrheit, die sich lediglich aus strategischen Gründen zurückhalte.

Mit dem in wenigen Wochen anstehenden Bundesparteitag im sächsischen Riesa dürften die Lager ihre Karten auf den Tisch legen. Dann wählt die AfD den Bundesvorstand neu. Eigentlich soll eine neue Doppelspitze gewählt werden. Aber wenn es nach dem Willen einiger AfD-Politiker geht, lediglich ein Bundesvorsitzender. Das gemäßigtere Lager hat bisher noch keinen Kandidaten benannt, will aber nach Informationen von t-online mindestens einen Kandidaten ins Rennen schicken.

Chrupalla bekommt Konkurrenz von ganz rechtsaußen

Offiziell gilt bislang nur Tino Chrupalla als Kandidat gesetzt. Auf ihn kann sich das extreme Lager verständigen. Zumindest bislang. Es scheint allerdings gut möglich zu sein, dass Chrupalla noch einen deutlich extremeren Konkurrenten bekommt: Björn Höcke. Mit dem Chef der AfD im Thüringer Landtag kündigte einer der radikalsten Vertreter aus den eh schon nicht zimperlichen Ost-Verbänden am Samstag eine mögliche Kandidatur für den Bundesvorstand an.

Björn Höcke: Der Thüringer Fraktionsvorsitzende hat sich für den Bundesvorstand ins Gespräch gebracht.
Björn Höcke: Der Thüringer Fraktionsvorsitzende hat sich für den Bundesvorstand ins Gespräch gebracht. (Quelle: Jacob Schröter/imago-images-bilder)

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